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Feuchtwiesen

 

 

Wiesennutzung als Garant für die Artenvielfalt


Die Wiesen der March- und Thaya-Niederung sind zumeist sehr ertragreich und werdenein- bis zweimal im Jahr gemäht. Die früher ebenfalls übliche Weidewirtschaft ist in den vergangenen Jahrzehnten fast völlig verschwunden. Heute gibt es Versuche,einzelne Flächen wieder zu beweiden. Ohne Bewirtschaftung würden sich aufden meisten Wiesen Sträucher und Bäume ausbreiten und der Lebensraum Wiesemit seinen typischen Arten würde verlorengehen. Großflächige Wiesengebiete gibt es noch bei Devínske Jazero (SK) oder Rabensburg (AT ). Flussregulierungen, Trockenlegungen, aber auch die Aufgabe der Bewirtschaftung haben dazu geführt, dass dieser Lebensraum rar geworden ist.
  

 

2 typische Bewohner:

Storchenfutterplatz und Amphibienlebensraum

Die Feuchtwiesen der March-Niederung sind besonders artenreich und beherbergen zahlreiche seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Die Wiesen sind wichtige Nahrungsplätze für brütende Weißstörche (Ciconia ciconia). Hier leben Amphibien wie der knallgrüne Laubfrosch (Hyla arborea) oder Kleinsäuger wie die seltene Zwergmaus (Micromys minutus), die den Jungstörchen als Nahrung dienen. Auch sehr seltene Vogelarten wie Wachtelkönig (Crex crex) und Schafstelze (Motacilla flava) finden in den Wiesen Nahrungs- und Brutplätze. Für bunte Farbtupfer sorgen etwa Kanten-Lauch (Allium angulosum) und Ganzblättrige Waldrebe (Clematis integrifolia).

 

 

 

Ganzblättrige Waldrebe (Clematis integrifolia)

Diese Pflanze, eine Verwandte der bekannten Kletterpflanze, ist eine charakteristische Bewohnerin der March-Thaya-Wiesen. Ihre fast glockenförmigen, blauvioletten Blüten gehören neben der Sibirischen Schwertlilie (Iris sibirica) zu den schönsten auf den Marchwiesen. Ihr Vorkommen ist von einer regelmäßigen Mahd oder Beweidung der Wiesen abhängig.

 

 

 

 

 

 

Wachtelkönig (Crex crex)

Der Wachtelkönig ist eine weltweit bedrohte, nachtaktive Vogelart mit einer Stimme so laut wie ein Presslufthammer. Für eine erfolgreiche Jungenaufzucht braucht er Wiesen oder Brachen, die erst sehr spät (ab August) gemäht werden.