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Auwald

 

 

Traditionelle Nutzung


Häufig wird der Auwald als Mittelwald genutzt. Dabei werden mächtige Überhälter (Samenbäume) über einem dichten Bestand junger, für Brennholz vorgesehener Bäume in einem Schlag belassen. Wogegen Hochwälder aus gleichaltrigen Bäumen bestehen, die meist zeitgleich geschlägert werden. Eine besondere Nutzungsform – typisch für periodisch überschwemmte Standorte an March und Thaya – sind die Kopfweiden, deren charakteristische Form durch regelmäßigen Beschnitt entsteht. Ihre langen, biegsamen Triebe werden traditionell vor allem zum Korbflechten verwendet.

 

 

 

2 typische Vertreter der Auwälder sind:

 

Kopfweiden (Salix sp.)


Die knorrigen Stämme der Kopfweiden eignen sich hervorragend für Vögel wie Steinkauz (Athene noctua) oder Wiedehopf (Upupa epops), um dort geeignete Brutplätze zu finden.

 

 

 

Der Schwarzstorch (Ciconia nigra)


Der Schwarzstorch, durch seine verborgene Lebensweise auch „Waldstorch“ genannt, ist ein ganz typischer Bewohner der March- Thaya-Auen. Er baut sein Nest meistens in schwer zugänglichen Abschnitten des Auwaldes. Der sensible Vogel braucht ungestörte Bereiche und eine ausreichendeZahl alter Horstbäume, die seine schweren Nester tragen können.

Von Baumriesen und anderen Bewohnern


Der Auwald ist ebenfalls ein sehr dynamischer Lebensraum. Flussnahe und regelmäßig überflutete Bereiche bestehen aus anderen Baumarten als flussferne Abschnitte. Dadurch entstehen unterschiedliche Auwaldgesellschaften. Diese werden zusätzlich noch durch menschliche Nutzung und die gestalterische Kraft von Tieren wie Wildschwein (Sus scrofa) oder Biber (Castor fiber) beeinflusst. Mancherorts sind noch riesige, alte Bäume anzutreffen, die für sehr viele Arten überlebensnotwendig sind, etwa für den Totholz bewohnenden Eichenbockkäfer (Cerambyx cerdo).

Nur mit viel Glück begegnet man Fischotter (Lutra lutra) oder Wildkatze (Felis silvestris) – ihr Vorkommen zeigt, wie wichtig große, naturnahe und ungestörte Waldgebiete für die Artenvielfalt sind. Seltene Großvögel sind hier ebenfalls zu sehen: Störche (Ciconia sp.) sowie Graureiher (Ardea cinerea) brüten in alten, mächtigen Bäumen. Auch Greifvögel wie etwa der Rotmilan (Milvus milvus) nutzen abgelegene Bereiche zur Brut oder zur Nahrungssuche. Noch mehr ist der imposante Seeadler (Haliaeetus albicilla) auf ungestörte Ruhezonen für die Jungenaufzucht angewiesen.