• Deutsch
  • Slovak

March-Thaya-Auen

 

 

Einzigartige Natur- und Kulturlandschaft

 

Das Ramsar-Gebiet der March-Thaya-Auen erstreckt sich vom tschechischen Vranovice im Norden, über den Zusammenfluss der Thaya in die March bei Hohenau, bis hinab zur Mündung der March in die Donau bei Devín. Die Landschaft des Gebietes ist von regelmäßigen Überflutungen durch die Flüsse geprägt, die für das Funktionieren der Au überlebensnotwendig sind. Da das Ramsar-Gebiet im Einflussbereich des trockenen, pannonischen Klimas liegt, findet man hier nasse und trockene Standorte nebeneinander. Dies ist eine der Ursachen für die außergewöhnlich große Artenvielfalt der March-Thaya-Auen. Charakteristische Lebensräume sind verschiedene Typen von Gewässern, Wäldern und Wiesen. An manchen Standorten finden sich spezielle Lebensräume wie Sanddünen oder salzhaltige Böden. Ein weiterer Grund für den Artenreichtum sind die verschiedenen Formen extensiver landwirtschaftlicher Nutzung, die in der Geschichte der Landschaft ihren Ursprung haben. Typische Zeugen der traditionellen Landnutzung sind beispielsweise Auwiesen, Kopfweiden und Daubelhütten. Im Hinterland der Au prägen vor allem Äcker die Landschaft.

 

 

 

Bedeutendes Vogelparadies

Das Ramsar-Gebiet der March-Thaya-Auen ist in weiten Bereichen Teil des europäischen Schutzgebietsnetzwerks „Natura 2000“ und damit ein wichtiger Lebensraum für eine Vielzahl von Arten. Insbesondere für Vögel sind die Auen eines der wichtigsten Brut- und Überwinterungsgebiete Mitteleuropas. Sie bieten Lebensraum für seltene Vogelarten wie Kaiseradler (Aquila heliaca), Rotmilan (Milvus milvus) oder Wachtelkönig (Crex crex). Eine Besonderheit ist das Vorkommen des Schwarzstorchs (Ciconia nigra), der alte, störungsarme Auwälder bevorzugt. Während des saisonalen Vogelzugs sind die Augewässer ein wichtiges Überwinterungsgebiet für den Kormoran (Phalacrocorax carbo) und verschiedene Gänsearten (Anser anser, A. fabalis, A. albifrons).

March-Thaya-Auen

Das grüne Herz Mitteleuropas

Die March-Thaya-Auen sind ein einzigartiges europäisches Feuchtgebiet, das eine große Anzahl an gefährdeten und seltenen Arten beherbergt. Seine außergewöhnliche Artenvielfalt entstand aus dem Zusammenwirken von natürlichen Gegebenheiten und menschlicher Nutzung. So haben sich verschiedene Wiesen- und Wald-Ökosysteme ausgebildet, die Lebensraum für eine ganz spezielle Gemeinschaft aus Tier- und Pflanzenarten sind. Neben ihrem hohen ökologischen Wert und ihrer Bedeutung für den Naturschutz sind die Auen eine wichtige historische Stätte, die auch heute noch verschiedene Kulturen miteinander verbindet. All das macht die Auen zum lebendigen grünen Herz zwischen Wien, Bratislava und Brno.

Grünes Band und Alpen-Karpaten-Korridor

Die Auen sind Teil des Flusssystems der March, dessen größter Zubringer die Thaya ist. Die March ist eine mitteleuropäische Wasserscheide und einer der größten Nebenflüsse der Donau. Der flussabwärts der Thayamündung liegende Marchabschnitt verläuft entlang des ehemaligen „Eisernen Vorhangs“ und bildet die Grenze zwischen Österreich und der Slowakei. Ein schmaler Streifen beiderseits der Grenze war für die Bevölkerung fast 40 Jahre lang nicht zugänglich, wodurch wertvolle Ökosysteme erhalten und günstige Bedingungen für viele Arten geschaffen wurden. Dieses „Grüne Band“ verläuft quer durch Europa, entlang der ehemaligen Grenze zwischen „Ost“ und „West“. Die March-Thaya-Auen sind auch Teil einer wichtigen Wanderroute für Großwildtiere wie Hirsche (Cervus elaphus) und Bären (Ursus arctos arctos): des Alpen- Karpaten-Korridors.